Ratgeber · Herz
Herz-MRI in der kardiovaskulären Vorsorge
Wann ist ein Herz-MRI zur Vorsorge sinnvoll? Aussagekraft, Ablauf und Einordnung — für Personen mit familiärer Belastung oder erhöhtem kardiovaskulärem Risiko.
Warum das Herz-MRI in der Vorsorge an Bedeutung gewinnt
Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in der Schweiz — oft als erstes Ereignis ohne vorherige Warnzeichen. Das kardiale MRI (CMR) ist die genaueste nicht-invasive Methode zur Beurteilung von Herzmuskel, Funktion und Narbenbildung — ohne Strahlung und ohne Jod-Kontrastmittel.
Was das Herz-MRI zeigt
- Pumpfunktion beider Herzkammern (Ejektionsfraktion)
- Wanddicke und -bewegung (Hinweis auf Kardiomyopathien)
- Narben nach unbemerkten Infarkten (Late-Gadolinium-Enhancement)
- Aktive Entzündungen (Myokarditis)
- Klappenfunktion und Flussverhältnisse
- Angeborene Anomalien
Wann ist die Untersuchung indiziert?
Die internationale Evidenz (Pennell et al., 2018; Bohnen et al., 2020) sieht einen besonderen Nutzen bei:
- familiärer Belastung mit plötzlichem Herztod oder Kardiomyopathie
- erhöhtem kardiovaskulärem Risikoprofil (Hypertonie, Diabetes, Dyslipidämie, Rauchen)
- Leistungssportler:innen ab 40 mit hoher Trainingslast
- Verdacht auf abgelaufene Myokarditis (z. B. nach viralen Infekten)
- unklaren Brustschmerzepisoden mit unauffälligem EKG/Echo
Was das Herz-MRI nicht ersetzt
Die direkte Darstellung der Herzkranzgefässe leistet das MRI nicht — hierfür bleibt die CT-Koronarangiographie oder, bei klarer Symptomatik, die invasive Katheteruntersuchung der Goldstandard. Bei symptomfreien Personen mit intermediärem Risiko diskutieren wir die Kombination MRI + Calcium-Score individuell.
Ablauf bei 360Prevent
Im Premium-Programm (CHF 2'990.-) ist das Herz-MRI integraler Bestandteil — gemeinsam mit der MR-Angiographie der Halsgefässe und einem detaillierten kardiovaskulären Risiko-Report. Die Untersuchung erfolgt in derselben Sitzung wie die Ganzkörper-Sequenzen.
Was Sie aus dem Befund mitnehmen
Ein Bericht aus Zahlen allein hilft nicht weiter. Im Befundgespräch ordnen wir die Werte in Ihr individuelles Risikoprofil ein und besprechen evidenzbasierte Konsequenzen — von der Anpassung des Lebensstils über gezielte Laborkontrollen bis zur Überweisung an Kardiolog:innen, wenn nötig.
Häufige Fragen
Was sieht ein Herz-MRI, was ein EKG oder Echo nicht sieht?
Das Herz-MRI zeigt die Herzmuskelstruktur, Narben nach unbemerkten Infarkten, Entzündungen (Myokarditis), Kardiomyopathien und die Funktion aller Herzkammern in hoher Auflösung — ohne Strahlung.
Für wen ist ein Herz-MRI zur Vorsorge sinnvoll?
Insbesondere bei familiärer Belastung mit plötzlichem Herztod, Verdacht auf Kardiomyopathie, bekannter koronarer Risikokonstellation, Leistungssportler:innen über 40 und nach unklaren Brustschmerzepisoden.
Ersetzt das Herz-MRI eine Koronarangiographie?
Nein. Die Koronarangiographie bleibt der Goldstandard zur direkten Darstellung der Herzkranzgefässe. Das MRI beurteilt Muskel und Funktion und zeigt indirekt Folgen von Durchblutungsstörungen.
Wie lange dauert ein Herz-MRI?
Im Premium-Programm ist das Herz-MRI mit der Ganzkörper-Untersuchung integriert. Die Herzsequenzen dauern zusätzlich ca. 25–35 Minuten.
Brauche ich für das Herz-MRI Kontrastmittel?
Für die Funktions- und Strukturbeurteilung in der Vorsorge meist nicht. Bei Verdacht auf Narbe oder Entzündung wird gadoliniumhaltiges Kontrastmittel eingesetzt, nach individueller Aufklärung.
Literatur
- Pennell, D. J., et al. (2018). Clinical indications for cardiovascular magnetic resonance. JCMR.
- Bohnen, S., et al. (2020). Cardiac MRI in screening of asymptomatic high-risk individuals. European Heart Journal — Cardiovascular Imaging.
- Schweizerische Gesellschaft für Kardiologie (2022). Empfehlungen zur kardiovaskulären Vorsorge.
Bereit für Ihre Vorsorge?
Sichern Sie sich Ihren Termin für den Ganzkörper-MRI-Scan in Zürich oder Bern.